Gefühlskerker

Afrohorst, Strulleman und Bodo versuchen die Gefühle im Zaum zu halten.Wohin mit all den Gefühlen,
wenn derjenige für den sie sind,
sie nicht haben mag?
Sperre ich sie ein,
fressen sie mich von Innen auf.

Ist jemand stark?
Kann ich bei jemandem
meinen Haufen
gelabelter Gefühle abladen?

Wie das Technomonster lechzt,
nach frischen Gefühlen,
wandert auch meine Seele zu ihm.

Bedingungslos

Afrohorst und sein Mädchen springen in die ZukunftKeine Erwatungen
keine Bedingungen
kein Sicherheitsnetz
keine Garantie
keine Richtung
keine Grenzen
nur wir
du und ich
mit all unseren Fehlern
allem was wir fühlen
unseren Worten
unseren Ideen
unserem Leben –
alles ist möglich!

Wunschbandit

Afrohorst klammert sich an den WunschbanditenGedankenchaos in meinem Kopf,
mein Herz ist auf!
Überrannt von Angst und Glück,
macht mich die Liebeswalze platt.
Schleudertrauma meiner Hoffnung –
ich klammer mich fest
am Arm des Wunschbanditen.

Runde um Runde
drohe ich mich zu verlieren,
mein Herz sich zu zerreißen,
mein Verstand sich auf zu nagen.
Und ich halte mich fest an dir,
doch du bist nicht hier.
Ich halte mich fest,
ich vertraue dir!

Ein bisschen springen

Afrohorst springt für sein Mädchen ins Leben

Es gibt kein „ein bisschen lieben“,
wenn ich liebe,
liebe ich bedingungslos!

Es gibt kein „ein bisschen vertrauen“,
wenn ich vertraue,
vertraue ich bedingungslos!

Es gibt kein „ein bisschen leben“,
wenn ich lebe,
lebe ich bedingungslos!

Dem Leben vollständig ausgeliefert,
riskiere ich alles,
um dabei alles zu gewinnen!

Loslassen

Nur was ich loslassen kann, kann mich zufrieden machen.

„Nur was ich loslassen kann, kann ich zufrieden machen.“

Den Schmerz des Verlustes überwindend entlässt, nach einer Ewigkeit, eine eher menschliche Variante des Technomonsters seine Gefangene, die Fee, in die Freiheit.

 

Es ist schon seltsam..

Ein glücklicher junger Stern
Es ist schon seltsam, selbst wenn du mir schreibst, ohne dass wir uns sehen können, ohne Spiegelneuronen und ohne die Gewissheit, dass die wichtigen Worte ankommen, ist es als hältst du mir einen Spiegel vors Gesicht, die Seele, was auch immer.

Weißt du, was mir gerade passiert, ist das Gefühl zu haben anzukommen. Endlich. Ich sitz grad im Bus, es wackelt, ich schau aus dem Fenster, seh unfertige Backsteinhäuser, Straßenverkäufer, große gelbe und grüne Flächen und bin in mir zufrieden. Nicht weil ich wirklich hier räumlich ankomm und Indien mein neues zu hause wird (also, vlt. ein bisschen), sondern weil ich ruhig bin, weil soviel Druck weg ist, weil ich Zeit hab und mich frei fühl.

Du hast sehr recht, wenn du vom nicht freien los ziehen schreibst, und irgendwie haben wir ja auch viel darüber gesprochen. Ich bin also nicht frei los gezogen, Es sind aber nicht nur Strumpfhosen, es gibt Eltern die Weihnachten nicht ohne mich sein wollen, Omas die alleine sind und sich große Sorgen machen, einen Bruder der 30. Geburtstag hat, einen besten Freund dessen Trauzeuge ich bin, einen Menschen der sagt er würde alles tun um wieder ein leben mit mir zu teilen. Und dich, die du von meiner Wirkung auf Menschen schreibst.

Es gibt einen weg Richtung Freiheit, auf dem bin ich gewandelt als ich in Schweden war, davor und danach. Einen Weg der Einsamkeit, des Loslassens, des Verbindungenkappens. Den bin ich ziemlich extremistisch gegangen. Du hast mir gesagt wie viel ich auf diesem Weg verpasse. Ich weiß/wusste das es nicht der Weg zu meinem Ziel ist, er hat mich aber sehr viel näher gebracht und wird das auch in Zukunft. Aber es ist Zeit langsamer zu gehen. Die oben aufgezählten Dinge machen mir keine Angst, nicht das Gefühl unfrei zu sein. Sie freuen mich, wenn ich sie Wege nenne, werde ich einige eine Weile gehen, andere nicht und jeden werde ich irgendwann verlassen, wenn ich fühle das er mich nicht mehr in die richtige Richtung führt.

Ich hab mich von genug Dingen, Menschen, Wegen getrennt um mich wieder in mir zu hören. Bin also wirklich irgendwie am Ankommen wo ich hin wollte.
Bin ich also frei? Zu einem großen Teil. Bin ich unfrei? Zu einem großen Teil freiwillig.
Viel wichtiger aber ist die Ruhe die ich anfange zu finden.

Ob schreiben leichter ist?

Ein glücklicher junger Stern
Ob schreiben leichter ist? Weiß ich nicht. Ich versuchs. Obwohl ich ja gar nicht richtig versucht hab mit dir zu reden. Distanz. Hab ich auch gefühlt. Und Nähe auch. Kaum, aber wertvoll. Der Tag den ich frühs betrunken bei dir aufgetaucht bin, geschlafen hab, wir zum Open Air sind, ins Sisyphos war der schönste seit ich aus Schweden zurück war. Hab mich gefühlt wie ich selber, ziemlich still zwar, wie manchmal wenn bei dir bin, aber wohl. Weil ich das Gefühl hatte niemand sein zu müssen.

Das ist so ein Grundproblem mit mir, keine Ahnung wo her das kommt, aber immer eigentlich, fühl ich irgendwie wie mir zu viel wird was Menschen die ich mag wollen, dass ich für sie bin. Ich weiß, dass ich mir das vielleicht nur ausdenk, der Druck und das Gefühl irgendwie ein Seil zu spüren was mich einfangen will verschwindet aber nicht, wenn ich mir sag es ist nur eine Einbildung.
Druck Dinge tun zu müssen und Seile die mich einfangen wollen kommen aber nicht nur von Menschen, für mich ist das ganze Leben voll davon. Abschlüsse die man machen muss, Geld was man verdienen muss, Eltern die sich um mich sorgen, überall. Mein Leben ist seit du mich kennst und ein bisschen früher zu so einer Art Kreuzzug geworden, war es eigentlich schon immer. Mich von all dem zu befreien, los zuschlagen. Job kündigen, Wohnung aufgeben. Was soziale Norm und vernünftig ist, nicht mehr als Maßstab für richtig und falsch zu nehmen. Meinen eigenen Maßstab zu finden. Herauszufinden was ich wirklich mit meinem Leben anfangen will, ohne Druck und ohne Seile von außen. Natürlich funktioniert das nicht, was ich immer wieder neu lernen muss und was ich grade in Indien wieder begreife. Wenn ich mein Leben leben will, wie ich wirklich bin, muss ich das einfach machen. Egal wo und wann und ob es Druck und Seile gibt oder nicht. Selbst hier bin ich nicht konsequent. Aber ich probiere und versuche und geb mir mühe und irgendwo in mir weiß ich, dass alles einfach ist.
Was das alles mit dir und Distanz zu tun hat? Als ich dich kennengelernt hab, war alles einfach und ich war ich. Keine Distanz zwischen uns. Dann war ich weg, alles wurd ein bisschen komplizierter, Distanz, aber leicht zu überwinden. Dann war ich wieder weg. Und spätestens ab dann ist mein ganzes altes Leben zusammengebrochen und ich bin im Sprint nach vorne geflüchtet, kein Druck zulassen, jedes gefühlte Seil loswerden. Da wars schon schwieriger mit uns für mich. Aber alles war gut, du hast gesagt, du bist froh mich getroffen zu haben und alles ist gut. Dann hab ich einen Menschen kennengelernt, der mir in die Seele geguckt hat und mir alle dunklen Flecken gezeigt hat, was mich reich gemacht hat. Und verwundbar. Und verletzt. Ich bin geflohen. Aber wohin? In einen Scherbenhaufen von Leben. Mit nur einem Gedanken. Ganz los zu kommen. Den Scherbenhaufen erst mal ganz hinter mir zu lassen. Indien. Ich war unruhig, überhaupt nicht mehr in meiner Mitte. Überfordert, unruhig. Dann war bei dir und hab ein bisschen Ruhe gefunden. Und Wärme. Die du ausstrahlst, die mich ruhig macht. Die ich mir wünsche. Aber ich kann ja nicht mit dir reden! Da sind Seile die ich fühle und Druck, die die Wärme verschwinden lassen. Die ich mir vielleicht nur einbilde, aber schon kann ich nicht mehr ich sein.
Nebenher zertrampel ich den Scherbenhaufen, schneid mich an jeder Scherbe, schneide mit jeder Scherbe, treffe einen Menschen der mit all dem nichts zu tun hat, bei dem ich meine Seele ausruhen darf.
Was ich dir alles gerne erzählen würde, was ich gern mit dir teilen würde, wegen Druck und Seilen aber nicht kann. Und dann kann ich nichts für dich sein.
So fühl ich.
Ich freu mich, dass du nach fragst woher die Distanz kommt und mir die Chance gibts zu schreiben was ich vielleicht nicht sagen kann:
Ich mag, dass du mein Freund bist, ich dir alles erzählen kann, dass du an meinem Leben teil hast, dass ich an deinem teilhab, dass wir einen Teil davon teilen, vielleicht sogar aufeinander aufpassen und füreinander da sind.
Das würd ich mir wünschen.