Alleine in Amritsar

Sonnenuntergang hinter dem GoldenenTempel

Sonnenuntergang hinter dem GoldenenTempel

Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr. Nach zwei Stunden Schlaf packe ich meinen Kram zusammen und lauf zum Bahnhof. Sieben Stunden Zug nach Amritsar. Diesmal mit reserviertem Sitzplatz. Ich les, hör Musik, versuch zu schlafen.
Nun reise ich also allein. Alles ist ein bisschen komplizierter, kein Guido der Lonely Planet liest und weiß wo wir schlafen können, keiner der aufs Gepäck aufpasst während die anderen Tickets kaufen, keiner da um Taxi und Zimmerpreise zu teilen. Dafür ein seltsames Mischgefühl aus Einsamkeit und Freiheit, Verloren sein und Zufriedenheit. Von Veränderung, Ungewissheit und Vorfreude. Das nächste Kapitel meines Abenteuers. Weiterlesen

Vier Nächte in Delhi

Fleischstand am Strassenrand

Fleischstand am Strassenrand

Diesmal fahren wir ohne Sitzreservierung in der günstigsten Klasse. Mit unseren Riesenrucksäcken drängeln wir uns ins Abteil, versuchen das Gepäck irgendwie unter die Sitze zu schieben. Ich schaffe es eine halbe Arschbacke auf einen Sitz zu bekommen. Nach zwei Stunden sitz ich ganz, nach vier Stunden sind wir da. Man gewöhnt sich, nach vier Wochen harten Betten, wenig Platz und ständigem Lärm – fand ich die Fahrt ganz angenehm.
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Agrar – Monumental abgefahren

Umgestülpte Pyramide

Umgestülpte Pyramide

Auf dem Weg nach Agrar, machen wir einen Zwischenhalt um einen Brunnen zu besichtigen. Wenn Pyramiden Raumschiffe wären sähe so wohl der Landeplatz aus – beeindruckend.
In Agrar bleiben wir eine Nacht, ein kleines schmuddeliges Zimmer. Zu dritt teilen wir uns ein Doppelbett, N. schläft auf dem Boden. Essen gibt es an der Straßenecke.
Am nächsten morgen machen wir uns um fünf Uhr auf in Richtung Taj Mahal. Dem Grab eines Königs und seiner drei Ehefrauen. Eine riesige Anlage, mit Mauern, Toren, Türmen, Plätzen und den drei Hauptgebäuden für die Särge. Runde Kuppeln, bauten gefüllt mit Details, Mustern aus verschiedenen Steinen. Beeindruckend und ziemlich größenwahnsinnig, dafür, dass es sich um ein Grab handelt.
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Gedanken in Jaipur

Konzert im Park

Konzert im Park

Mit dem Bus gehts zum Zug, mit dem Zug in die Hauptstadt Rajhastans. Am Bahnhof quetschen sich hunderte aus beiden Richtungen durch eine kleine Lücke im Zaun. Tatsächlich bin ich irgendwann samt Rucksack durch. Wir entfliehen den Tourikommissionsfängern, entscheiden uns zu Fuß auf Hostelsuche zu gehen.
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Pushkar

Sonnenaufgang in Pushkar

Sonnenaufgang in Pushkar

Lautes Geschrei. Ich wach auf, drei Uhr nachts. Der Fahrer steht vor unserer Schlafkabine. Wir sind da.
Außer uns stehen drei Leute an der Haltestelle, ein Rikshafahrer. Für indische Verhältnisse ist die Stadt ausgestorben. Wir sind müde, lassen uns zum Hotel fahren, kein Zimmer frei. Ich wandre durch die Straße, klopfe an Hosteltüren, versuch uns einen Schlafplatz zu finden. Letztendlich landen wir in einem Zimmer mit Viererbett und eigenem Bad, kein Wifi, dafür unser günstigstes Zimmer bisher.

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Es ist schon seltsam..

Ein glücklicher junger Stern
Es ist schon seltsam, selbst wenn du mir schreibst, ohne dass wir uns sehen können, ohne Spiegelneuronen und ohne die Gewissheit, dass die wichtigen Worte ankommen, ist es als hältst du mir einen Spiegel vors Gesicht, die Seele, was auch immer.

Weißt du, was mir gerade passiert, ist das Gefühl zu haben anzukommen. Endlich. Ich sitz grad im Bus, es wackelt, ich schau aus dem Fenster, seh unfertige Backsteinhäuser, Straßenverkäufer, große gelbe und grüne Flächen und bin in mir zufrieden. Nicht weil ich wirklich hier räumlich ankomm und Indien mein neues zu hause wird (also, vlt. ein bisschen), sondern weil ich ruhig bin, weil soviel Druck weg ist, weil ich Zeit hab und mich frei fühl.

Du hast sehr recht, wenn du vom nicht freien los ziehen schreibst, und irgendwie haben wir ja auch viel darüber gesprochen. Ich bin also nicht frei los gezogen, Es sind aber nicht nur Strumpfhosen, es gibt Eltern die Weihnachten nicht ohne mich sein wollen, Omas die alleine sind und sich große Sorgen machen, einen Bruder der 30. Geburtstag hat, einen besten Freund dessen Trauzeuge ich bin, einen Menschen der sagt er würde alles tun um wieder ein leben mit mir zu teilen. Und dich, die du von meiner Wirkung auf Menschen schreibst.

Es gibt einen weg Richtung Freiheit, auf dem bin ich gewandelt als ich in Schweden war, davor und danach. Einen Weg der Einsamkeit, des Loslassens, des Verbindungenkappens. Den bin ich ziemlich extremistisch gegangen. Du hast mir gesagt wie viel ich auf diesem Weg verpasse. Ich weiß/wusste das es nicht der Weg zu meinem Ziel ist, er hat mich aber sehr viel näher gebracht und wird das auch in Zukunft. Aber es ist Zeit langsamer zu gehen. Die oben aufgezählten Dinge machen mir keine Angst, nicht das Gefühl unfrei zu sein. Sie freuen mich, wenn ich sie Wege nenne, werde ich einige eine Weile gehen, andere nicht und jeden werde ich irgendwann verlassen, wenn ich fühle das er mich nicht mehr in die richtige Richtung führt.

Ich hab mich von genug Dingen, Menschen, Wegen getrennt um mich wieder in mir zu hören. Bin also wirklich irgendwie am Ankommen wo ich hin wollte.
Bin ich also frei? Zu einem großen Teil. Bin ich unfrei? Zu einem großen Teil freiwillig.
Viel wichtiger aber ist die Ruhe die ich anfange zu finden.

Jaisalmer

Die Wüstenfestung

Die Wüstenfestung

Um halb sechs kommen wir an, müde. Unser Hostelbesitzer steht direkt am Gleis. Gottseidank. der Bahnhof wimmelt von Tourifängern, am Bahnhofstor sieht es aus wie am Flughafen, ein Haufen Menschen mit Hotelschildern. Wir sind froh einmal nicht handeln zu müssen, lassen uns zum Hostel fahren und schlafen. Frühstücken, checken ein. Im preis ist ein Poolbesuch in einem andern Hotel enthalten. Wir freuen uns, lassen uns hinfahren, haben Spaß im Pool, den Rest des Tages les ich, schreib. Ein bisschen wie Urlaub, nach dem ganzen Reisestress.

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Jhodpur

Kuh im Müll

Kuh im Müll

Morgens machen wir uns auf zum Busbahnhof, wir wollen nachJhodpur. Wir versuchen es günstig, mit dem indischen Linienbus. Beim warten werden wir von einer Gruppe indischer Mädchen beäugt, irgendwann lächeln sie uns zu, winken, wir quatschen.Versuchen es. Sie sprechen kaum Englisch, wir kennen nur drei Hindu Wörter. Sie spielen Basketball, sind auf dem weg zum Auslandsspiel. Zum Abschied gibts ein Gruppenfoto. Nach einer Stunde warten erfahren wir; dass der Bus einen Unfall hatte und nicht kommt, wir müssen einen anderen nehmen, einmal umsteigen.

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Udaipur

Sonnenuntergang in Udaipur

Sonnenuntergang in Udaipur

Morgens brechen wir auf zum Bahnhof. Nach unseren Erfahrungen mit Ticketagenten und Reisebüros haben wir keine Reservierung und wollen das Ticket direkt am Bahnhof kaufen. Der nächste Zug fährt erst nachts. Ticketagenten bieten uns Busplätze an, wir fahren mit der Riksha zum Busbahnhof, der Fahrer hält vor einem Reisebüro, wir sind nicht begeistert, er merkt Es und fährt uns zum Busbahnhof. Je näher wir dem Ticketschalter kommen desto günstiger werden die Preise die uns die Ticketagenten anbieten. Kurz vor dem Schalter bietet uns ein Agent die Tickets fast zum Preis der Zugtickets an. Wir sagen nein. Er geht, zwei Minuten später kommt er zurück, die Tickets sind günstiger. Wir sagen ja. Ich gewöhne mich ans handeln, es ist wie ein Spiel und kann tatsächlich Spaß machen.

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