Pushkar

Sonnenaufgang in Pushkar

Sonnenaufgang in Pushkar

Lautes Geschrei. Ich wach auf, drei Uhr nachts. Der Fahrer steht vor unserer Schlafkabine. Wir sind da.
Außer uns stehen drei Leute an der Haltestelle, ein Rikshafahrer. Für indische Verhältnisse ist die Stadt ausgestorben. Wir sind müde, lassen uns zum Hotel fahren, kein Zimmer frei. Ich wandre durch die Straße, klopfe an Hosteltüren, versuch uns einen Schlafplatz zu finden. Letztendlich landen wir in einem Zimmer mit Viererbett und eigenem Bad, kein Wifi, dafür unser günstigstes Zimmer bisher.

Wir schlafen aus, trinken Tee im Straßencafe auf der anderen Straßenseite. Die Stadt ist schnell erkundet, alles dreht sich um einen heiligen See, der entstand als Brahma eine Lotosblüte auf die Erde fallen lies. Auf dem Weg werden uns Blumen in die Hand gedrückt, wir sollen sie in den See werfen. Dort angekommen werden wir von Priestern geschnappt, die uns weihen, segnen und die Blumen mit uns in den See werfen wollen. Wir sollen auch ein rotes Band tragen, als Zeichen das wir das Ritual gemacht haben. Mir wird das zu quatschig und ich brech das Ritual ab. Am ende wollen die Priester 1000rs, oder nach verhandeln 100rs für jeden Familienangehörigen den wir geschützt haben wollen.
Wir beobachten das Spiel eine Weile, sehen wie neue Touristen mit Blumen als potentielle Ritualopfer gekennzeichnet und von den Priestern geschnappt werden, beobachten wie zwei Mädchen mitmachen und sind gespannt auf ihre Reaktion wenn sie den Preis erfahren. Was wir leider verpassen, weil einige Inder Fotos mit uns machen wollen.

Der Heilige See in Pushkar

Der Heilige See in Pushkar

Nach einem halben Tag wundern wir uns wieso die Stadt in der es kaum was zu sehen gibt voll mit Touristen ist, überlegen uns morgen aufzubrechen. Letztendlich bleiben wir fünf Tage. Die Stadt zieht uns in ihren Bann und lässt uns nicht los. Wir verbringen die Tage mit nichts tun, sitzen in Cafés, trinken Tee, sitzen in Bars, rauchen Hasch, lernen viele andere reisende kennen, die meisten aus Israel und Spanien. Wir sehen den Sonnenuntergang, essen lecker, rauchen noch mehr, chillen. Immer soll es morgen weitergehen, aber C. gehts nicht gut und wir schlafen gerne nochmal aus. Wir gründen die Holy Republic Of Lazyness.

Pushkar ist wohl erst mal mein Lieblingsort hier, klein, gemütlich, gechillt, nette Menschen und alle paar Stunden verrückte religiöse Aktivitäten. Trommelnde, singende, betende Menschen. Musikanten die durch die Stadt ziehen, in Gold geschmückte Kinder auf Thronen auf Bühnen, Hier und da ein paar Feuerwerke, Gold geschmückte Pferde, plötzlich eine mini- Elektroparade. Ich lass mich von der Menge hinter die Lautsprecher ziehen, tanze in der Sonne, statt Seifenblasen schmeißen die Menschen Blütenblätter. Am ende laufen alle zum heiligen See um darin zu baden.

Ich finde Zeit zu lesen, zu schreiben, nachzudenken. Über mich, die Zukunft, das Leben. Life is a loop. Mir geht es gut. Ich bin gefangen und frei. Es gibt Menschen die sich freuen wenn ich zurück komme. Ich kann alles machen was ich mir erträumen kann, es gibt keine Grenzen. Ich träume. Ich freu mich irgendwann zurück zu sein. Ich freu mich hier zu sein.
Nach fünf Tagen schaffen wir den Absprung, Die andern wollen weiter, ich könnte noch Wochen bleiben, entscheid mich aber weiter mitzukommen, neue Dinge zu sehen. Ich kann ja wieder zurück.




Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.