Ob schreiben leichter ist?

Ein glücklicher junger Stern
Ob schreiben leichter ist? Weiß ich nicht. Ich versuchs. Obwohl ich ja gar nicht richtig versucht hab mit dir zu reden. Distanz. Hab ich auch gefühlt. Und Nähe auch. Kaum, aber wertvoll. Der Tag den ich frühs betrunken bei dir aufgetaucht bin, geschlafen hab, wir zum Open Air sind, ins Sisyphos war der schönste seit ich aus Schweden zurück war. Hab mich gefühlt wie ich selber, ziemlich still zwar, wie manchmal wenn bei dir bin, aber wohl. Weil ich das Gefühl hatte niemand sein zu müssen.

Das ist so ein Grundproblem mit mir, keine Ahnung wo her das kommt, aber immer eigentlich, fühl ich irgendwie wie mir zu viel wird was Menschen die ich mag wollen, dass ich für sie bin. Ich weiß, dass ich mir das vielleicht nur ausdenk, der Druck und das Gefühl irgendwie ein Seil zu spüren was mich einfangen will verschwindet aber nicht, wenn ich mir sag es ist nur eine Einbildung.
Druck Dinge tun zu müssen und Seile die mich einfangen wollen kommen aber nicht nur von Menschen, für mich ist das ganze Leben voll davon. Abschlüsse die man machen muss, Geld was man verdienen muss, Eltern die sich um mich sorgen, überall. Mein Leben ist seit du mich kennst und ein bisschen früher zu so einer Art Kreuzzug geworden, war es eigentlich schon immer. Mich von all dem zu befreien, los zuschlagen. Job kündigen, Wohnung aufgeben. Was soziale Norm und vernünftig ist, nicht mehr als Maßstab für richtig und falsch zu nehmen. Meinen eigenen Maßstab zu finden. Herauszufinden was ich wirklich mit meinem Leben anfangen will, ohne Druck und ohne Seile von außen. Natürlich funktioniert das nicht, was ich immer wieder neu lernen muss und was ich grade in Indien wieder begreife. Wenn ich mein Leben leben will, wie ich wirklich bin, muss ich das einfach machen. Egal wo und wann und ob es Druck und Seile gibt oder nicht. Selbst hier bin ich nicht konsequent. Aber ich probiere und versuche und geb mir mühe und irgendwo in mir weiß ich, dass alles einfach ist.
Was das alles mit dir und Distanz zu tun hat? Als ich dich kennengelernt hab, war alles einfach und ich war ich. Keine Distanz zwischen uns. Dann war ich weg, alles wurd ein bisschen komplizierter, Distanz, aber leicht zu überwinden. Dann war ich wieder weg. Und spätestens ab dann ist mein ganzes altes Leben zusammengebrochen und ich bin im Sprint nach vorne geflüchtet, kein Druck zulassen, jedes gefühlte Seil loswerden. Da wars schon schwieriger mit uns für mich. Aber alles war gut, du hast gesagt, du bist froh mich getroffen zu haben und alles ist gut. Dann hab ich einen Menschen kennengelernt, der mir in die Seele geguckt hat und mir alle dunklen Flecken gezeigt hat, was mich reich gemacht hat. Und verwundbar. Und verletzt. Ich bin geflohen. Aber wohin? In einen Scherbenhaufen von Leben. Mit nur einem Gedanken. Ganz los zu kommen. Den Scherbenhaufen erst mal ganz hinter mir zu lassen. Indien. Ich war unruhig, überhaupt nicht mehr in meiner Mitte. Überfordert, unruhig. Dann war bei dir und hab ein bisschen Ruhe gefunden. Und Wärme. Die du ausstrahlst, die mich ruhig macht. Die ich mir wünsche. Aber ich kann ja nicht mit dir reden! Da sind Seile die ich fühle und Druck, die die Wärme verschwinden lassen. Die ich mir vielleicht nur einbilde, aber schon kann ich nicht mehr ich sein.
Nebenher zertrampel ich den Scherbenhaufen, schneid mich an jeder Scherbe, schneide mit jeder Scherbe, treffe einen Menschen der mit all dem nichts zu tun hat, bei dem ich meine Seele ausruhen darf.
Was ich dir alles gerne erzählen würde, was ich gern mit dir teilen würde, wegen Druck und Seilen aber nicht kann. Und dann kann ich nichts für dich sein.
So fühl ich.
Ich freu mich, dass du nach fragst woher die Distanz kommt und mir die Chance gibts zu schreiben was ich vielleicht nicht sagen kann:
Ich mag, dass du mein Freund bist, ich dir alles erzählen kann, dass du an meinem Leben teil hast, dass ich an deinem teilhab, dass wir einen Teil davon teilen, vielleicht sogar aufeinander aufpassen und füreinander da sind.
Das würd ich mir wünschen.

Glitzern in Goa

Das Bild "Smoking Window" von Piz

Das Fenster zwischen der Zeit

Der Barkeeper kennt mich schon. Das beste billigste Bier? Genau! Wir tanzen, sind betrunken, kommen auf die Idee Glitzersteine zu kaufen. Wir fragen den Erstbesten. Er hat Glitzerpulver für 1000rs. Wir haben keine 1000rs. Er lässt nicht mit sich verhandeln. Der Franzose taucht wieder auf, fragt uns nach Glitzersteinen, wir haben keine, er verschwindet wieder.

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Goa – Anjuna

Hostel

Hostel

Das Bett ist hart, es ist heiß, wenn es regnet, tropft es von der Decke, ich schlaf lang und gut. 11 Stunden. Ich wache auf, die Engländerin sitzt auf der Terrasse vor dem zimmer vor dem Laptop. Raucht. Ich steh auf, geh mich duschen, will frühstücken gehen, es fängt an zu regnen. Für Stunden. Ich setz mich zu ihr. Rauche. Sie heißt Claire, reist seit Monaten, war in Südamerika, kommt gerade aus Marokko, will noch für eineinhalb Jahre reisen, nach Nepal, nach Thailand, nach Australien. Wir sitzen quatschen, rauchen.

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Auf dem Weg nach Indien

Der Masterplan

indien flagge

Heimkommen, B. und G. treffen, Auto verkaufen aufbrechen. Das sind die Worte die ich aus Schweden mitgebracht hab.
Nun steht es also fest, am 03.10 soll die Reise beginnen. Ohne viel Nachdenken, ohne Plan und ohne wirklich etwas zu wissen buche ich einen Flug. Indien, Weil mir einmal der Fahrer meiner Mitfahrgelegenheit die komplette Strecke von Berlin nach Wien davon berichtet hat wie abgefahren Indien ist. Goa, weil dort einmal jemand war den ich mag und ich von da eine SMS bekommen hab „Indien ist verrückt“. Anjuna, weil das beim Goa googeln als erstes aufploppt.. Hippies und so. Ich sitze zwei Tage vor dem Buchenknopf bevor ich mich trau zu klicken.

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