Jaisalmer

Die Wüstenfestung

Die Wüstenfestung

Um halb sechs kommen wir an, müde. Unser Hostelbesitzer steht direkt am Gleis. Gottseidank. der Bahnhof wimmelt von Tourifängern, am Bahnhofstor sieht es aus wie am Flughafen, ein Haufen Menschen mit Hotelschildern. Wir sind froh einmal nicht handeln zu müssen, lassen uns zum Hostel fahren und schlafen. Frühstücken, checken ein. Im preis ist ein Poolbesuch in einem andern Hotel enthalten. Wir freuen uns, lassen uns hinfahren, haben Spaß im Pool, den Rest des Tages les ich, schreib. Ein bisschen wie Urlaub, nach dem ganzen Reisestress.

Jaisalmer ist so eine Art Burg mit Stadt herum, alles aus gelbem Sandstein. Im Burginneren gibt es nichts als Geschäfte in kleinen Gassen, wie ein Labyrinth, zum Touris gefangen halten. Wir kaufen nix und finden trotzdem den Ausgang. Vor dem Schloss will mir eine Frau Ketten verkaufen; als ich keine kaufe schenkt sie mir eine, vorausgesetzt ich behalte ihren Namen in Erinnerung: Santoz, und ihre kleine Tochter Anna. Wir laufen durch die Stadt, meine neu gekauften Sandalen fallen auseinander. Innerhalb von Minuten quatscht mich jemand an und repariert mir auf der Straße die Schuhe, verstärkt gleich komplett alle Nähte.

Piz in der Wüste

Piz in der Wüste

Weil es sonst nichts zu sehen gibt, entscheiden wir uns für eine Kamelsafari in die Wüste, was zu einem neuen Verhandlungshighlight führt. Zwei Stunden sitzen wir auf einem Teppich, bekommen Kissen und Tee gereicht. Es geht hin und her, hört sich gut an, können wir uns nicht leisten, in kleinsten Schritten sinkt der Preis bis wir uns, endlich, bei 2600rs von ursprünglich 6000rs einigen. Für zwei Tage. Später sehen wir an einem anderen Laden einSchild: 4 tage für 2500rs.

Mit dem Jeep fahren wir zur Wüste, halten an einem verlassenen Palast mit Minisee, dürfen ein Foto machen, solln wieder einsteigen. Wir halten in einem kleinen 100 Familien Dorf, dürfen ein Foto machen. Statt gleich wieder einzusteigen lässt uns der Zufall einen Inder treffen, den wir vom Bahnhof in Jhodpur kennen. Er lädt uns zu sich ein, macht uns Tee. Wir freuen uns, der Fahrer ist genervt.

Wir verlassen die Straße, fahren durch die Steppe. Im nirgendwo warten vier Kamele auf uns. Jeder bekommt einen Turban gewickelt und es geht los. Nach einer halben Stunde Kamelreiten sind wir froh keine Vier-Tagestour gebucht zu haben. Der Arsch tut weh. Nach zwei Stunden reiten sind wir froh Mittagspause machen zu dürfen. Unsere beiden Reiseführer zaubern mit zwei kleinen Töpfen und einem Feuer ein leckeres Essen und endlich gibt es, wie in Indien üblich, kein Besteck.

Wir reiten weiter. Vorbei an Windrädern, die Landschaft wird trockener, es ist heiß, das Kamel wackelt komisch, der Sitz ist unbequem, meine Oberschenkel tun weh. C. und N. laufen.

Sonnenaufgang in der Wüste

Sonnenaufgang in der Wüste

Nach weiteren zwei Stunden sind wir da. Die Wüste, feiner heißer Sand, meterhohe Dünen. Keiner kann sich mehr richtig bewegen. Ich kletter auf eine Düne, lass mich hinunter kugeln. Anstrengung genug. Wir chillen, uns wird ein Essen gezaubert, es gibt Tee. Wir sehen den Sonnenuntergang, trinken Wodka mit heißer Cola, hören Elektro, genießen den Sternenhimmel auf dem warmen Sand. Ich bin froh dabei zu sein.
Nächstentags, quälen wir uns mit den Kamelen zurück, nach der halben Strecke werden wir vom Jeep abgeholt, sind froh, fahren kurz zum Duschen ins Hostel und weiter gehts: nach Puschkar, im komfortablen Liegebus.



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