Goa – Anjuna

Hostel

Hostel

Das Bett ist hart, es ist heiß, wenn es regnet, tropft es von der Decke, ich schlaf lang und gut. 11 Stunden. Ich wache auf, die Engländerin sitzt auf der Terrasse vor dem zimmer vor dem Laptop. Raucht. Ich steh auf, geh mich duschen, will frühstücken gehen, es fängt an zu regnen. Für Stunden. Ich setz mich zu ihr. Rauche. Sie heißt Claire, reist seit Monaten, war in Südamerika, kommt gerade aus Marokko, will noch für eineinhalb Jahre reisen, nach Nepal, nach Thailand, nach Australien. Wir sitzen quatschen, rauchen.

Der Regen hört auf, wir gehen Frühstücken. Auf dem Weg treffen wir Kühe, Menschen die uns Taxifahrten anbieten, Verkäufern, werden gefragt ob wir Gras brauchen. Wir landen im Guru. Halbliegestühle mit Polstern, Blick aufs Meer. Ich bestelle ein Indian Breakfast, braune Matsche im Metallnapf, genau wie die Näpfe die ich in Schweden mochte. Scharf. Superlecker. Schwarztee, dünnes Brot. Wir sitzen und quatschen, rauchen, trinken Tee, trinken Saft, trinken Bier. Wir sehen den Sonnenuntergang. Wir gehen zurück zum Hostel, gehen zusammen Abendessen, als hätten wir die Reise zusammen gebucht.

Anjuna Sunset (2)Es gibt rote scharfe Matsche im Plastiknapf. Lecker. Wir rauchen neben einem großen no-smoking Schild, bekommen einen Aschenbecher gebracht. Wir trinken Bier, laufen über den Strand zum Hippies, zur Party zu der C. eingeladen wurde. Es ist nicht viel los, wir trinken Bier, hören Goatrance, der Barbesitzer begrüßt uns. Die bar ist riesig, ein zweites Stockwerk ist um und auf Palmen gebaut.

Wir wollen später zurückkommen, laufen zur nächsten Strandbar, steigen um auf Rum und Wodka. Auf der Tanzfläche tanzen drei Inder oben ohne zu Chartmusik. Wir finden das lustig. Nach einer weile kommen sie rüber, berühren mich, fragen ob ich mit ihnen tanzen will. Will ich nicht. Sie fragen wieder. Ich will noch immer nicht. Sie fragen wieder, C. sieht meinen Blick, sagt wir sind verlobt und sie erlaube es nicht. Die drei tanzen weiter, inzwischen bin ich angetrunken. Die drei kommen wieder, schenken uns Zigaretten, fragen mich ob ich mit ihnen tanzen will, Fotos machen will. Ein vierter Inder kommt, im T- Shirt. Er fragt mich ob ich mit ihm tanzen will. Uns wirds zu viel und wir laufen zurück zum Hippies.

Ich bin betrunken. Die Strandbar ist überfüllt, 300 Leute auf der Tanzfläche, Inder, Hippies, Druppies. An der Bar treffen wir einen Franzosen, er reist schon seit Monaten, kommt gerade aus dem Iran, will ein paar Monate reisen, nach Nepal, Thailand. Der Barkeeper kennt mich schon. Das beste billigste Bier? Genau. Wir tanzen, sind betrunken, glitzern, torkeln zusammen mit Taschenlampe ins Hostel zurück, der Franzose, N., pennt in unserem Zimmer auf dem Boden. Zum einschlafen hör ich MsMr und denk an ein Mädchen was mal Floristin war.

Anjuna BeachWir gehen zusammen Frühstücken ins Guru. C. kauft sich ein Zugticket nach Mumbai, N. und ich überlegen uns mitzukommen. Noch zwei tage in Goa, wir chillen, trinken Schwarztee, essen leckere Matsche aus Metallnäpfen, lesen. Ich lese „My Friend Leonard“. Zusammen erkunden wir das Dorf, Leute fragen uns ob wir Lsd haben, Leute fragen uns ob wir Kokosnüsse, Kleider, Hasch kaufen wollen, ob wir Taxifahren wollen. Am Strand liegen zwei Mädchen in Bikinis, die sich für 200rs von indischen Touristen fotografieren lassen. Am südlichen Ende des Strandes wird es voller, alte Hippies mit weißen Haaren und Bärten, Hippies mit Tattoos, mit Kindern, Teenagern, Kinder die Englisch mit indischem Dialekt sprechen. Menschen spielen Beachball, jonglieren, spielen mit Pois. Über den Strand schallt Elektromucke aus einer Strandbar, wir trinken Bier, baden im warmen Ozean, sehen den Sonnenuntergang. Ich bin froh hier zu sein. Nach drei Tagen treffen wir endlich den Hostelbesitzer, checken ein, bezahlen, checken aus. Wir chillen, lesen. Zum einschlafen hör ich MsMr und denk an ein Mädchen das mich aus braunen Augen anguckt.

Morgens geht es mit dem Taxi zum Bahnhof, wir trinken Chai, süßen Tee mit Milch, essen an einem Kiosk. Wir treffen andere Backpacker,  sie sind neidisch weil sie auf dem heim weg sind. Der Zug kommt an, irgendwie ein Metallgerüst, vergitterte Fenster. Wir fahren in der günstigen klasse, keine Klimaanlage, dafür drei Ventilatoren und offene Fenster. Geräumiger und komfortabler als ich gedacht hätte. Ich liege, höre Musik, schreibe, schlafe, träume. Die elf Stunden vergehen wie im Flug. Nachts sind wir in Mumbai.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.