Goa 2 – Anjuna – Schneekugelwelt

Anjuna Beach (1)Zehn Tage Mindfuck in Anjuna. Was genau und was wann passiert ist, gerät in der Erinnerung durcheinander. Eine magische Schneekugelwelt, irgendwie scheinen die Üblichkeiten hier wie im Traum verzerrt. Ein Ereignis schafft das nächste, als würde man von Zauberhand durchs Leben und seine Gedankenwelt geschubst.

Ich sitz im Curlies, schau aufs blaue Meer. Um mich herum die bekannte Atmosphere. Alte und Junge läute mit bunter Kleidung, Tatoos, Chillum rauchende Althippies. Ein indisches Touristenpaarchen fragt mich ob ich ihnen eine Tüte bauen kann, wir chillen für eine Weile zusammen, ein Mädchen gibt mir im vorbeilaufen einen Kuss auf die Stirn. Eine Gruppe Jungs aus Dubai hockt sich zu mir, sie sind heute angekommen und auf Gras suche, ob ich ihnen helfen kann. Kann ich. Zusammen mit dem indischen Paarchen haben wir ein ominöses Treffen mit einem düsteren Motoradfahrer. Hinterher sind wir alle ausgestattet und die Dubaier nehmen mich mit dem Auto mit in ihr Luxusappartment. Auf dem Weg kaufen sie eine Kofferraum voll Alkohol. Drei Stunden später bin ich so betrunken, dass ich beschließ ein kleines Nickerchen zu brauchen. Ich schaff es fast unauffällig am Pfortenwächter vorbei. Zwei Minuten später fall ich ins Gebüsch, zerkratz mir die Beine und geb meinen Fußmarsch auf. Der Pfortenwächter ist so nett mir ein Taxi zu bestellen, mich auf eine Liege zu legen und mich auszulachen. Zurück im Hostel schaff ichs mich auszusperren, auch die Besitzerin lacht mich aus, legt mich auf eine Liege und ich bis mein Mitbewohner mir die Türe aufsperren kann. Auf meinem Bett fall ich ins Schlafkoma. Goa, schön wieder da zu sein.

Tag zwei, ich frühstücke im Curlies, schwimm im Meer, chille durch den Tag, schreib und denk. Irgendwie schafft es eine Tüte weiße Glitzerkristalle in meine Hosentasche und am Abend land ich im Hilltops. Schwarzlichtangemalte Palmen, Lichter in den Bäumen, druppe bunte Menschen schwimmen über die Tanzfläche. Ich streu mir den Glitzer ins Gesicht, treff meine beiden Mitbewohner und hab das Gefühl die Basswellen begrüßen mich zu Hause. Eine halbe Stunde später ist es leider aus. Zehn Uhr Abends, die Lärmschutzschallgrenze des heutigen Goas ist erreicht. Ein Indoorclub muss gefunden werden. Zwei russische Mädchen helfen uns suchen, während die Realität anfängt Tropfen zu bilden. Wir landen im Primerose. Ich lande auf der Tanzfläche, seltsame langsame Dubstepmusik, mit mir wackeln 15 andere. Ich lande bei einem berliner Paarchen, Feierfamilie. Bezugsgruppe. Von einem Strandbarbesitzer gibt es mehr Glitzerkristalle, es gibt Bier und mich in der Musik und die Musik in mir. Und den unglaublichen, mir immer bekannten Drang. Das Monster. Den Durst nach Begreifen, nach Loslassen, mich in die Arme der Welt fallen zu lassen. Irgendwann sind die Lichter wieder an.

Tag drei, ich ziehe um ins Paradies. Am Strand finde ich ein Bambusstockwerkhüttenhostel. Zwanzig Meter vom Ozeanrauschen kletter ich auf die Leiter, in meine kleine aus Bambuspfeilern und Vorhängen, aus Matratzen und Kissen bestehende Hütte. Mein zu Hause für die nächste Woche. Den Tag chill ich mit Ja. und Jb. aus meinem alten Hostel in der Guru Bar – meinem zweiten zu Hause hier. Doch mein Durst von Gestern ist nicht gestillt. Genau wie das Verlangen der Welt mich in ihren Armen zu spüren. Ich folge unsichtbaren Pfaden, finde Menschen die mich von ihrem Glitzer naschen lassen, treffe auf den Barbesitzer, bin ausgestattet, find den Weg ins Primerose, streu mir neuen Glitzer ins Gesicht und stürze mich in den Strudel, das schwarze Loch der Realität. Ich durchstoße den Ereignishorizont. Ich erinner mich an viele Momente, Menschen, mich allein auf der Tanzfläche – in der Schneekugel durcheinander geschüttelt. Ich erinner mich an einen Heimweg, am Strand entlang, die Füße im Meer, dem unendlichen Meer. Satt und sit schlafe ich ein, das Meeresrauschen wiegt mich in den Schlaf, der Durst ist gestillt.

Tag vier. Ich wache auf. Die Welt strahlt mich an. Gedanken und Gefühle der letzten beiden Nächte hallen in mir nach. Ich seh das Meer, hör das Rauschen, seh den Horizont. Wie unglaublich kostbar schön komplex die Welt sich mir zeigt. Ich bin glücklich. Der Tag lullt mich ein, mit Ja. und Jb. trinke ich Tee in der Gurubar. Schau aufs Meer, bin still und freue mich Teil dieses Daseins zu sein. Mit Jinny, einem Mädchen aus Korea lassen wir den Tag vor meiner Hütte ausklingen. Die Schwerkraft zieht mich auf dem Stuhl in den Schlaf. Später in meine Hütte. In meine Träume.

Tag 5. Schwimmen, Frühstücken in der Sonne. Carla, eine Brasilianerin setzt sich zu mir, wir rauchen, trinken Bier, haben Spaß mit Verkäufern die uns Dinge andrehen wollen. Zusammen schlendern wir über den Fleemarket, den wochentlichen, riesiegen Hippiemarkt. Hunderte Stände von Indern, die alle die selben Dinge verkaufen, einen mit den selben Worten begrüßen. Yes my friend, look at my shop, good quality. Ich bin angetrunken. Wir bekommen einen Partyflyer in die Hand gedrückt und verabreden uns dort wieder zu treffen. Ich muss noch Geld abheben. Was nicht funktioniert. Die Panik vor dem Geldautomat im Moment in dem nichts herauskommt. Kleinere Summe eingeben. Nix. Kleinere Summe, immernoch nix. Mir bleiben zwei Euro in der Tasche. Mir bleibt das Wissen keinen Überblick zu haben und eine kleine Angst. Und vor allem bleibt mir ein Mensch auf den ich mich immer verlassen kann, jemanden den ich anrufen kann, ein Leuchtturm für mich, egal wie dunkel es wird. Einer der schönsten Teile meines Lebens.

Drei Tage braucht die Finanzspritze bis sie in Indien ankommt. Drei Tage immer wieder der Nervenkitzel vor dem Geldautomat. Drei Tage anschreiben lassen in meiner Bambushüttenwelt und drei Tage, die das Leben mich an der Hand nimmt und in Abenteuer führt.

Zufällig treff ich Ja. und Jb., zusammen gehen wir zur vermeintlichen Party ins Jungle, wo wir Carla treffen. Und Marcus. Aber keine Party. Die Strandbar hat keine Genehmigung von der Polizei bekommen. Wir chillen trotzdem, als einzige Gäste. Trinken Bier, rauchen Tüten. Die Brasilianerin ist auf Kuschelkurs, mal an mir, mal an Marcus. Mir ist das zu dämlich und ich gehe schwimmen. Angetrunken, straff und nackt steh ich im unendlichen Meer, über mir die Sterne, um mich das warme Wasser.
Mein letztes Geld verwandle ich in Bier, mein Erinnerungsvermögen in ein Sieb. Hängen bleibt ein Heimweg auf dem Carla und Marcus „verlorengehen“, wir eine Russin treffen, die mit uns durch Anjuna zieht, wie ich mit Ja. Glitzerkristalle auf Pump und Kamerapfand von einem John ertausche. John, an dem ich die nächsten Tage vorbeilaufen muss, der mich immer wieder nach Geld fragt, der immer weniger begeistert ist.
Der Abend in der Schneekugelwelt führt uns vorbei an schwarzen Erinnerungslöchern und Realitätstropfen, an einer Hütte mit russischen Touristen, an einer Strandbar in der ich tanze bis die Sonne aufgeht, an jemandem der allen in der Bar Cubalibre spendiert, Er führt Ja. und mich in ein Zeltdorf, in dem wir weitertrinken. Und irgendwann führt er mich wohl in meine Bambushütte am Strand und in den Schlaf.

Die Realität formt sich neu, bekommt wieder Struktur. Mit Ja., Jb. und Jinny verbring ich den Tag in der Gurubar, schau aufs Meer. Was in dieser Schneekugelwelt mit mir und mit meinen Gedanken geschieht ist schwer aufzuschreiben. Wie ein Kreis der sich schließt, ein Loop der vor zweieinhalb Monaten in Anjuna angefangen hat und nun sein Ende findet. Alles was ich in Indien gelernt habe, alles was ich glaube, wird mir durch einen Großen Spiegel gezeigt. Ich bin dankbar, meine Augen sind weit geöffnet, das Leben hat mich an seine Hand genommen.

An diesem Tag, bei Sonne und geborgtem Schwarztee lese ich zwei Nachrichten, von einem Menschen mit dem ich mein Leben geteilt hab. Zwei Nachrichten direkt in mein Innerstes. Der Horizont verschwimmt. Durch nasse Augen betrachte ich das Meer, das Glitzern der Sonne auf dem Meer. Da sind sie. Gefühle die ich lange nicht fühlen wollte, aus Angst vor ihnen in dunkle Kammern geschoben hab. Da sind sie. Einfach und klar, schmerzend und voll Traurigkeit. Aufgegnackt durch das Weltengewitter der letzten Tage. Durch die letzten Wochen. Die letzten Monate. Mehr als das letzte Jahr. Da sind sie. Gefühle die ich unendlich froh bin zu haben, wiedergefunden zu haben, aus der Verdrängung zurückgekehrt. Ich fühle! Ich weine! Wie Perlen an einer Kette, bin ich Ereignis für Ereignis angelangt, in diesem Moment um ein Puzzlestück einzusetzen, eine kleines Rätsel zu lösen und einen Weg zu Ende zu gehen. Nicht mehr viel und ich kann endlich umkehren. Nicht mehr viel..

Ja. schmuggelt Rum in die Bar, Jb. spendiert mir Bier. Die Sonne geht unter, ich bin mit mir und meinen Gedanken beschäftigt. Trotzdem werd ich betrunken, trotzdem sitzen bald Jc. und G., zwei Mädchen aus England an unserem Tisch. Jc. und G., die Wärme abstrahlen.
Alle zusammen werden wir vom Anjunastrudel ergriffen. Heute zieht er uns ans Meer, an Strandbars, an einen netten Typen der mir Bier spendiert. Er zieht uns ins Meer, macht uns nass, trocknet uns wieder und zieht uns zu Jc. und G. nach Hause, wo wir uns betrinken. Zieht meinen Kopf auf Jc.s Schoß. Jc., die wärme Abstrahlt.
Den ganzen Abend bin ich in meinem Kopf, rede nicht viel, bedenke meine letzten Schritte auf diesem Weg. Ja. und Jc. streiten sich. Jb. pennt erst weg, streitet sich dann mit. Ich biete Jinny an sie nach Hause zu bringen, damit sie nicht mit den betrunkenen aufgebrachten Ja. und Jb. alleine laufen muss. Ich entscheide mich Jc.s und G.s Wärmeradius zu verlassen.
Nachdem ich alle abgeliefert hab, beginnt mein eigener Heimweg. Nicht weniger breit und betrunken, nur stiller als die anderen verlaufe ich mich. Verlier meine Schuhe auf einem riesigen Feld im Schlamm, Hunde bellen aggressiv, ich hab keine Orientierung. Vom Strand weiss ich den Weg, also Richtung Meeresrauschen, Richtung Hundebellen, aggresiv, furchteinflößend. Entscheiden, Vorwärts oder Rückwärts. Ich nehm mein Feuerzeug in die Faust und entschließe mich draufzuhauen falls ich angesprungen werde. An drei Hunden komme ich vorbei. Sie sehen mich, ich sehe ihre Umrisse. Sie bellen, ich gehe. Nichts passiert und kurz darauf steh ich am Strand, finde meine Hütte, das erste Sonnenlicht erhellt den Himmel. Ich lass mich vom Meeresrauschen in den Schlaf wiegen, Träume.

Einer dieser Träume in denen ich erwache und noch immer Träume. Ich träume ich wäre in meiner Hütte und Ja. würde mich abholen.

Ja. weckt mich. Viel Zeit kann nicht vergangen sein, noch immer bin ich betrunken. Er erinnert mich an ein Date mit Jc. und G. von dem ich nichts mehr weiss, bringt mich zu ihrem Bungalow. Wieder ist die Welt um mich magisch, träume ich noch?
Geld kommt wieder aus dem Automaten, John ist bezahlt und die unheimlichen Begegnungen sind zu Ende. Der Tag vergeht in der Gurubar, ich sitze mit Jc. und G., mit Jb. Rede nicht viel, schau auf die glitzernden Wellen. Jedesmal wenn ich an Nachrichten von einem Menschen denke mit dem ich mein Leben geteilt hab fängt der Horizont an zu verschwimmen. Der Tag endet früh, in einer Strandbar. Mit Jb. und G. und Jc. die wärme abstrahlen. In meiner Hütte begleitet mich das Meeresrauschen in meine Träume.

Ein Mensch wird zum Monster und greift mich an. In dem Moment begreife ich, dass ich träume und schreie. Verschwindes aus meinem Traum! Ich wache auf.
Eine Perle der Kette. Ein Ereignis meines Lebens, mein erster bewusster Traum seit Jahren.

Es ist Sonntag. Hilltopstag. Erstmal geh ich frühstücken in die Gurubar. Nach und nach trudeln Jb., Jinny, Jc. und G. ein. Ich trinke Schwarztee, schau aufs Meer. Noch immer reicht ein Gedanke um den Horizont verschwimmen zu lassen. Mein Kopf ist voll von Gedanken, ich voll mit Gefühlen. Ich kenne das so intensiv nicht.
Nachmittags laufen wir zum Hilltops, mit Zwischenhalt beim Glitzerdoktor. Ich bin ausgestattet.
Diesmal sind wir rechtzeitig, eher zu früh, die Tanzfläche ist noch leer. Wir treffen auf Ja., hocken uns an einen Tisch, trinken Bier und starten nach und nach den Anflug ins Feierland. Die Reise auf die ich mich für die nächsten Stunden begebe ist wundervoll. Ich bin nicht betrunken, hab durch all die Gefühle in mir ein wenig Furcht wohin mein Glitzerflug geht. Dippe vorsichtig, fast schon vernünftig. Für Stunden tanze ich auf der selben Stelle, bin eine Sonnenblume, ich bin da und erwarte nichts, von niemandem. Mein Monster, der Durst ist Still. Ich spüre den Drang, aber ich spüre heute noch so viel mehr. Manchmal spür ich die Wärme von Jc. und G., spür die Anziehungskraft, aber ohne Verlangen, ich bleib eine Blume. Augenblicke lang verstehe ich mich. kapiere Durst, Drang und Verlangen, sie verschwinden nicht, aber ich weiss wo sie entstehen. Ich sehe Mädchen die von Typen angetanzt werden, sich gestört fühlen, neben mir tanzen, ich bin eine Blume, ich erwarte nichts. Jb. tanzt neben mir, sagt ich beruhige ihn, ich erwarte nichts. Heute verschlingt mich weder die Musik noch die Realität, ich bin in mir. Suche in mir, und finde. So leicht, fast schon zu leicht für den langen Weg den ich hierher gebraucht habe.
Die Leere in mir, das Loch das ich immer füllen muss, der Hunger, der Durst, das Monster das gefüttert werden will. Heute Abend füttere ich es aus meinem Inneren. Denke an Menschen die mein Leben füllen. Vor allem an jemandem mit dem ich mein Leben geteilt hab. Ohne Verlangen, ohne Wünsche, ich denke einfach daran, dass es sie gibt. Das ich Gefühle habe. Gefühle, in mir, die die Leere ausfüllen.
Ich vermach meine übrigen Kristalle an mein Feierfamilienpaarchen, mein Papier an Ja. Mit Jb., Jc. und G. reise ich zurück, in die Gurubar. Bin im Landeanflug. Spür die Wärme der beiden Mädchen, freue mich, dass sie da sind. Ohne Verlangen, mit Dankbarkeit.

Heute bin ich älter geworden. Ich weiss, dass mein Durst irgendwann wieder zu schlagen wird. Irgendwann wird eines der Löcher in mir mein Monster wecken. Aber für heute hab ich verstanden. Hab gelernt was mich so lange getrieben hat. Jc. und G. machen sich auf, ich bleib und lausche Jb.s Worten.

Der Tag ist nicht zu Ende. Wieder schüttelt jemand die Schneekugel, ein Mädchen kommt zu unserem Tisch, fragt ob wir sie und ihre Freundin später bis zur Hauptstraße bringen können, sie fühlen sich nicht so wohl. Kurz darauf sitzen sie bei uns am Tisch, zwei Rumänen sind ihnen aufdringlich geworden. Sie sind ein bisschen verwundert als sich rausstellt, dass wir aus Deutschland kommen und trotzdem Englisch sprechen, Jb. und ich sind es so gewöhnt, dass uns deutschsprechen erstmal schwer fällt. Zwei Druppies im Landeanflug. Ich find witzig, dass die beiden uns für normal halten.
Wir bringen A. und F. nach Hause, rauchen eine Tüte auf der Terasse. Kein Verlangen. Dankbarkeit. Blume. Wir verabreden uns zum Frühstücken. Zum Abschied bekommt jeder von uns eine Tüte Ahoibrause für den Heimweg.

Der Heimwegloop. Ich bring auch Jb. nach Hause, verlauf mich natürlich wieder. Treffe Hunde, heute ohne Furcht, lass mir die Hände abschlecken. Finde meine Hütte, fall in den Schlaf und Träume.

Ich weiss, dass ich Träume. Dreimal versteckt sich das Monster in Traumpersonen, ich erkenne es, vertreibe es, wache auf. Bin Glücklich. Bin Traurig. Jc.s und G.s letzter Tag, Ich weiss, dass ich ihre Wärme vermissen werd, dass sie mir geholfen hat, dass ein Loch bleiben wird. Ein Loch? Nein. Raum für Erinnerungen und Dankbarkeit. Ich male den beiden ein Bild. Bekomm ein Bild zurückgeschenkt.

Bild "Ich bin ein Krebs und ich krebse" von Piz

Ich bin ein Krebs und ich krebse

Menschen deren Pfade sich Kreuzen, sich für Momente begegnen, Augenblicke miteinander Teilen. Auseinanderdriften. In einer Schneekugelwelt. Schütteln.
Abends ist es soweit. Jb., A. und F. ziehen in meine Bambuswelt. Ich treffe mich mit Jc. und G., zu dritt landen wir in meiner Hütte, Jb. kommt dazu. Zu viert probieren wir ein neues Zauberpulver. Vier Druppies. A. und F. klettern mit in unsere Hütte. Ich find witzig, dass sie uns schon wieder Drup für normal halten. Tüte rauchen. Ja. kommt mit einem Mädchen, dass ich vor ein paar Tagen kennengelernt hab reingeklettert. Acht leute, vier Quadratmeter. Acht verschiedene Lebenswege die sich Kreuzen. Ich bin froh dabei zu sein. Der Moment vergeht. In neuen Konstellationen werden wir weitergeweht. Die beiden Mädels aus Deutschland umd Jb. gehen schlafen. Für den Rest der Runde hat Ja. noch eine Runde fremdes Zauberpulver, dann macht er sich mit seinem Mädchen auf. Ich mich auch. Mit Jc. und G. ins Meer. Nachtbaden.

Laut Lonelyplanet sind die zwei größten Gefahren Goas das Meer und die Drogen. Minus mal Minus ergibt Plus. Der Moment brennt sich in mein Gehirn. Baden, zwei wunderschöne, wunderwarme Mädchen, kein Verlangen, das unendliche Meer, über uns die Sterne. Unendlichkeit. Die Zeit hält an.
Und Tickt weiter. Verabschieden. Umarmen.
Allein.
Verlassen.
Ohne Angst. Ohne Durst, ohne Drang, ohne Loch.
Raum für Erinnerungen.
Ich bin auf dem Heimweg.
Auf dem Rückweg.
Einer der Auszog zu lernen –
und lernte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.