Es ist schon seltsam..

Ein glücklicher junger Stern
Es ist schon seltsam, selbst wenn du mir schreibst, ohne dass wir uns sehen können, ohne Spiegelneuronen und ohne die Gewissheit, dass die wichtigen Worte ankommen, ist es als hältst du mir einen Spiegel vors Gesicht, die Seele, was auch immer.

Weißt du, was mir gerade passiert, ist das Gefühl zu haben anzukommen. Endlich. Ich sitz grad im Bus, es wackelt, ich schau aus dem Fenster, seh unfertige Backsteinhäuser, Straßenverkäufer, große gelbe und grüne Flächen und bin in mir zufrieden. Nicht weil ich wirklich hier räumlich ankomm und Indien mein neues zu hause wird (also, vlt. ein bisschen), sondern weil ich ruhig bin, weil soviel Druck weg ist, weil ich Zeit hab und mich frei fühl.

Du hast sehr recht, wenn du vom nicht freien los ziehen schreibst, und irgendwie haben wir ja auch viel darüber gesprochen. Ich bin also nicht frei los gezogen, Es sind aber nicht nur Strumpfhosen, es gibt Eltern die Weihnachten nicht ohne mich sein wollen, Omas die alleine sind und sich große Sorgen machen, einen Bruder der 30. Geburtstag hat, einen besten Freund dessen Trauzeuge ich bin, einen Menschen der sagt er würde alles tun um wieder ein leben mit mir zu teilen. Und dich, die du von meiner Wirkung auf Menschen schreibst.

Es gibt einen weg Richtung Freiheit, auf dem bin ich gewandelt als ich in Schweden war, davor und danach. Einen Weg der Einsamkeit, des Loslassens, des Verbindungenkappens. Den bin ich ziemlich extremistisch gegangen. Du hast mir gesagt wie viel ich auf diesem Weg verpasse. Ich weiß/wusste das es nicht der Weg zu meinem Ziel ist, er hat mich aber sehr viel näher gebracht und wird das auch in Zukunft. Aber es ist Zeit langsamer zu gehen. Die oben aufgezählten Dinge machen mir keine Angst, nicht das Gefühl unfrei zu sein. Sie freuen mich, wenn ich sie Wege nenne, werde ich einige eine Weile gehen, andere nicht und jeden werde ich irgendwann verlassen, wenn ich fühle das er mich nicht mehr in die richtige Richtung führt.

Ich hab mich von genug Dingen, Menschen, Wegen getrennt um mich wieder in mir zu hören. Bin also wirklich irgendwie am Ankommen wo ich hin wollte.
Bin ich also frei? Zu einem großen Teil. Bin ich unfrei? Zu einem großen Teil freiwillig.
Viel wichtiger aber ist die Ruhe die ich anfange zu finden.

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